Nomen est omen

Jedes Ding braucht einen Namen. Und Wissenschafter müssen keine Humorbremsen sein. Schaut man in die Nomenklatur von Insekten, dann findet man eine erkleckliche Anzahl von Tiernamen, die viele Vorlieben ihrer Entdecker verraten. Aber alles der Reihe nach. Die Nomenklatur, die wissenschaftliche Benennung von Lebewesen ist eine eigene Wissenschaft. Jedes Pflänzchen, Steinchen oder Tierchen, dass von einem Wissenschafter entdeckt und deklariert wurde, bekommt so

einen Namen. In Latein natürlich, um so einheitlich und international verstanden zu werden. Strenge Vorgaben regeln diese Namen und das noch dazu höchst kompliziert. So gibt der erste Teil des Namens seine Gattung wieder, der 2. Teil ist der eigentliche Name des jeweiligen Tierchens.
Das hielt so manchen Entdecker keineswegs davon ab, höchst kreativ zu werden. Eine kleine Auswahl ihrer höchst skurrilen Kreationen:

  • Agra schwarzeneggeri – Ein Laufkäfer, nach Arnold Schwarzenegger benannt. 2002 in Costa Rica entdeckt, besitzt der Käfer stark ausgebildete Gliedmaße.
  • Baeturia laureli, Baeturia hardyi – 2 Zikadenarten, benannt nach den Schauspielern Stan Laurel und Oliver Hardy
  • Orectochilus orbisonorum – ein Taumelkäfer zu Ehren des amerikanischen Präsidenten Barack Obama.
  • Eristalis gatesi – Eine voluminöse Schwebfliege, benannt nach dem Microsoft-Gründer.
  • Anophthalmus hitleri – 1933 von Oscar Scheibel benannt, der ein begeisterter Anhänger Hitlers war. Er erhielt dafür sogar ein Dankschreiben aus der Reichskanzlei. Der braune(!) Käfer ist klein, blind und lebt in dunklen und feuchten Höhlen. Der Name bedeutet (frei übersetzt) ‘Augenloser Hitler’.
  • Agathidium bushi, Agathidium cheneyi, Agathidium rumsfeldi – kleine, schleimige Schwammkugelkäfer; elegante Rache für die wissenschaftsfeindlichen amerikanischen Politiker Bush, Cheney und Rumsfeld.
  • Agra yeti – Der sagenhafte Schneemensch stand Pate für einen Laufkäfer mit sehr großen Füßen.
  • Macrostyphlus frodo, Macrostyphlus gandalf – Zwei Rüsselkäfer. Ihr Entdecker war fasziniert von Tolkiens ‘Herr der Ringe’.
  • Aha ha – Eine Grabwespe. Was ihren Entdecker zu diesem Namen inspirierte, ist nicht überliefert.
  • La Cerveza – Ein kleiner Schmetterling aus der Familie der Rüsselzünsler. Cerveza ist das spanische Wort für Bier.
  • Denhama aussa – Eine australische Stabschrecke. Der österreichische Zoologe Franz Werner verwendete österreichische Mundart für den Ausruf: Den haben wir raus!
  • Texananus – Ein Grashüpfer. Was den Entdecker veranlasst hat, ihn ‘texanischen Ar…..’ zu bezeichnen, ist nicht bekannt.
  • Campsicnemius charliechaplini – Eine Langbeinfliege. Ihr Namensgeber erinnerte ihre trippelnde Gangart den den legendären Schauspieler.

Den sprichwörtlichen Vogel schoss allerdings Jochen Gerber ab, der 1996 zwei neu entdeckte Grasschnecken taufte. Er nannte sie Vallonia eiapoeia (mit der Unterart hoppla hoppla) und Vallonia hallo

    Noch mehr Skurrilitäten findet man

hier…

 

2 Kommentare zu „Nomen est omen“

  • Sabine:

    La Cervesa sollte eigentlich die Lichtsuchende heißen. Am Abend nach ihrer Entdeckung beging sie jedoch den Fehler, sich kopfüber in das Bier seines Namensgebers zu stürzen. Als Folge davon endete ihr Dasein hinter Glas, auf einer filzbespannten Platte, aufgespießt von einer Nadel, mit einem Hinweisschild, dass diese Motte das Bier dem Licht vorgezogen hatte.

    Lieben Gruß
    Sabine

  • With this in mind, one thing will always remain constant – a pure unadulterated heavy listening experience.

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